Verband Schweizer Filmklubs und nicht-gewinnorientierter Kinos
Association suisse des ciné-clubs et des cinémas à but non lucratif
Associazione svizzera dei circoli del cinema e dei cinema senza scopo di lucro
Swiss Association of Film Societies and Non Profit Cinemas

Best of International Arab Film Festival Zurich

Kinos / Spieldaten (weitere Kinos werden in Kürze bekannt gegeben).

Best_Of_ARAB_FILM_FESTIVAL

KINOS / SPIELDATEN Deutschschweiz

WINTERTHUR
Kino Cameo
 
"MUSTAFA Z": Freitag 11. Januar 2019, 20:15
"UNTIL THE END OF TIME": Samstag, 12. Januar 2019, 16:00
"A DAY FOR WOMEN": Samstag, 12. Januar 2019, 20:15 & Sonntag 13. Januar 2019, 14:00
"17": Sonntag, 13. Januar 2019, 11:00
 
"UNTIL THE END OF TIME": Montag, 14. Januar 2019, 20:00
"MUSTAFA Z": Mittwoch, 23. Januar 2019, 20:00
"17": Montag, 28. Januar 2019, 20:00
"A DAY FOR WOMEN": Mittwoch, 6. Februar 2019, 20:00
RORSCHACH
Cevi-Kino
 
"17": Sonntag, 10. März 2019 um 17:00
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17

17
Die jordanische U-17-Frauenfussball-Nationalmannschaft qualifiziert sich 2016 erstmals für die WM. Die Teammitglieder stammen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen, vom wohlhabenden Hause bis zum SOS-Kinderdorf. Der schottische Trainer, Robbie Johnson, versucht die teils zur Cliquenbildung neigenden Mädchen zu einem Team zusammenzuschweissen, aber im Vergleich zu anderen Nationalmannschaften sind sie sehr benachteiligt (das Training findet teilweise abends ohne Beleuchtung statt usw.). Sie reisen zur WM-Vorbereitung nach London, aber an der eigentlichen WM, die erstmals in ihrer Heimat stattfindet, kommen die Jordanierinnen nicht über die Vorrunde hinaus. Immerhin schiesst eine von ihnen das drittschönste Tor der ganzen Meisterschaft … 17, gedreht von der spanisch-jordanischen Regisseurin Widad Shafakoj, ist ein Dokumentarfilm über ein Team von jungen Frauen, die dem Klischee über Araberinnen gar nicht entsprechen wollen. Das Ergebnis erinnert an den Street-Racerinnen-Film „Speed Sisters“ (gezeigt am International Arab Film Festival Zurich 2016), mit einem Schuss „Bend It Like Beckham“. (Michel Bodmer, Filmpodium Zürich)
Regie: Widad Shafakoj | Drehbuch: Widad Shafakoj | Kamera: Ali El-Saadi | Schnitt: Yahya Abdallah | Mit: Robbie Johnson, Neil McDonald, Maher Abu Hantash, Anis Shafiq, Khader Eid, Sawsan Al Hasaseen | 73 Min., Farbe, Arab+E/d

BEZNESS AS USUAL

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Alex Pitstra wächst in den Niederlanden bei seiner Mutter Anneke auf. Zeitlebens eine Leerstelle bleibt aber sein Vater Mohsen, der in Tunesien lebt. Als Erwachsener bricht Pitstra auf, um Mohsen kennenzulernen. Über mehrere Jahre dokumentiert er seine Besuche in Tunesien und seine Gespräche mit seinem Erzeuger. Dabei entsteht ein Doppelporträt von Mohsen, der als junger Mann in den 70er-Jahren als Gigolo für europäische Urlauberinnen tätig war, ohne sich um die leiblichen Folgen seines Treibens zu kümmern (Pitstra entdeckt zum Beispiel, dass er auch eine Halbschwester in der Schweiz hat), und der inzwischen sein Playboy-Dasein hinter sich gelassen hat und in Tunesien ein konservativ-religiöses Leben führt. „Bezness as Usual“ erzählt ein wahres Familiendrama, das auch viel über die Beziehungen zwischen Europa und Nordafrika aussagt und über die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und religiösen Faktoren, die interkulturelle Familienbande bestimmen. (Michel Bodmer, Filmpodium Zürich)
Regie: Alex Pitstra | Drehbuch: Alex Pitstra, Katja Schoondergang | Kamera: Tadeusz Kieniewicz, Alex Pitstra, Rosan Breman | Musik: Renger Koning | Schnitt: Jos Driessen | Mit: Alex Pitstra, Mohsen Ben Hassen, Anneke Pitstra, Jasmin Ameera | 93 Min., Farbe, E+Niederl+Arab+D/d

BURNING HOPE / DEMAIN DÈS L’AUBE

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Nach dem Arabischen Frühling in Tunesien kreuzen sich die Schicksale zweier junger Frauen und eines Teenagers, die zwischen Hoffnung und Enttäuschung schwanken. Politisches und Privates wird auf zwei Zeitebenen erzählt, deren Zusammenspiel sich erst allmählich erschliesst. Der Film spielt im Tunesien des Jahres 2014, macht jedoch einen Sprung in die berühmte Nacht des 14. Januar 2011, eine Nacht ohne Gesetze, voller Exzesse und Dramen, aber auch Solidarität.
Lotfi Achours Burning Hope ist kein Dokumentarfilm über die Revolution, sondern ein Spielfilm, in dem es vor allem um das Abenteuer von Zeineb, Elyssa und Houssine geht, drei jungen Leuten, die im Grunde nichts verbindet und die sich unter anderen Umständen nie begegnet wären. Doch ein tragisches Ereignis in besagter Nacht führt die Schicksale dieser drei Menschen zusammen. In einer Situation, in der es kein Zurück mehr gibt, sind die Protagonisten gezwungen, alles, was sie über sich selbst und über ihr Land zu wissen glaubten, vollständig zu überdenken. (Michel Bodmer, Filmpodium Zürich)
Regie: Lotfi Achour | Drehbuch: Natacha de Pontcharra, Lotfi Achour, Anissa Daoud | Kamera: Fre?de?ric de Pontcharra | Musik: Anouar Brahem, Pony Hoax, Eric Truffaz | Schnitt: Jean-Marie Lengellet | Mit: Anissa Daoud (Zeineb), Doria Achour (Elyssa), Achraf Ben Youssef (Houssine), Issa Harrath (Brahim Mahjoub), Latifa Gafsi (Sassia), Ghazi Zaghbani (Zied Mahjoub) | 85 Min., Farbe, Arab/d

A DAY FOR WOMEN

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In einem ärmlichen Viertel von Kairo wird ein Schwimmbad eröffnet, und der Sonntag ist den Frauen vorbehalten. Während sich die Frauen mehrheitlich darüber freuen (auch wenn nicht alle schwimmen können oder ohne Weiteres ihren Schleier ablegen wollen), reagiert die Männerwelt teils mit Ablehnung auf dieses weibliche Privileg, teils mit lüsternen Plänen. Die sehr unterschiedlichen Frauen, die sich nicht alle vertragen, entwickeln beim sonntäglichen Badespass mehr Verständnis füreinander und solidarisieren sich – erst recht, als Männer ihnen eines Tages die Kleider aus der Garderobe klauen.
Die Filmemacherin Kamla Abu-Zekri entwirft ein schönes, frauenzentriertes Sittengemälde vom Ende der Mubarak-Zeit, das die Geschlechterkonflikte thematisiert und den aufkommenden religiösen Fanatismus antippt. Am Cairo Filmfestival preisgekrönt. (Michel Bodmer, Filmpodium Zürich)
Regie: Kamla Abu-Zekri | Drehbuch: Hanaa Attia | Kamera: Nancy Abdel Fattah | Mit: Naheh El Sebai (Azza), Nelly Karim (Laila), Ilham Shaheen (Shamiya), Mahmoud Hemida (Ahmed), Ahmad El Fishawi (Ali) | 123 Min., Farbe, Arab/d

LETTERS FROM BAGHDAD

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T. E. Lawrence sagte über sie: «Ein wunderbarer Mensch. Nicht wie eine Frau, wissen Sie?» Gertrude Lowthian Bell (1868–1926) war eine Pionierin in verschiedener Hinsicht. Als Tochter aus grossbürgerlichem Hause brillierte sie an der Universität Oxford in Geschichte und entwickelte sich zu einer Bergsteigerin von Weltrang (die Gertrudspitze im Berner Oberland ist nach ihr benannt). Bell begeisterte sich für die arabische Kultur und reiste auf eigene Faust durch den Nahen und Mittleren Osten, Gebiete, die damals noch Teil des Osmanischen Reiches waren. Sie lernte viele Stammesfürsten kennen und unterstützte sie in ihrem Streben nach Unabhängigkeit von den Türken. Sie trug entscheidend zur Gründung des Irak bei, begriff aber bald, dass diesem ethnisch und religiös uneinheitlichen Land keine gute Zukunft beschieden war.
Die Schweizer Filmemacherin Sabine Krayenbühl und ihre amerikanische Kollegin Zeva Oelbaum erwecken die bemerkenswerte Ms. Bell durch ihre umfangreiche Korrespondenz, die von Tilda Swinton gelesen wird, zum Leben und illustrieren ihre spannende Vita mit seltenem dokumentarischen Filmmaterial und Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. (Michel Bodmer, Filmpodium Zürich)
Regie: Sabine Krayenbühl, Zeva Oelbaum | Drehbuch: Sabine Krayenbühl, Zeva Oelbaum, nach den Briefen von Gertrude Bell | Kamera: Gary Clarke, Petr Hlinomaz | Musik: Paul Cantelon | Schnitt: Sabine Krayenbühl | Mit: Tilda Swinton (Stimme von Gertrude Bell), Michael Higgs (General Sir Gilbert Clayton), Eric Loscheider (T. E. Lawrence), Rachael Stirling (Vita Sackville-West), Adam Astill (Sgt. Frank Stafford), Helen Ryan (Lady Florence Bell), Rose Leslie (Stimme der jungen Gertrude Bell) | 95 Min., Farbe + sw, Arab + E/d

MUSTAFA Z

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Tunesien, kurz vor den ersten freien Präsidentschaftswahlen. Mustafa, der bei einem Radiosender arbeitet, hat eine erfolgreiche, jetsettende Frau, Farah, und einen pubertierenden Sohn, Malek, der für seinen Papa nur Verachtung übrighat. Als Farah nach einem Streit wieder mal verreist, fällt Mustafa ein Zahn aus; kurz darauf merkt er, dass er Blut uriniert. Mustafas Chefin wirft ihn nach 18 Jahren hinaus, weil er zu wenig jungdynamisch sei; seine Mutter ist auch eine Tyrannin. Als Mustafas Wagen das Benzin ausgeht, stellt er ihn auf einen Parkplatz mit defekter Parkuhr. Er geht Sprit holen, doch bei seiner Rückkehr soll der Wagen abgeschleppt werden. Mustafa setzt sich hinein, lässt sich mit abschleppen und übernachtet im Autohof der Polizei. Im Internet zirkuliert ein Video von ihm, wie er in sein Auto am Abschleppwagen einsteigt, und erntet allerlei Kommentare. Nun postet Mustafa einen persönlichen Protest gegen den Staat, der an seiner Situation schuldig sei; er will deshalb auch nicht wählen gehen. Mit dieser Aktion wird er im Internet unversehens zum Volkshelden.
Mustafa Z ist eine geschliffene und unterhaltsame Satire über Geschlechterrollen und Politik im heutigen Tunesien. Regisseur Nidhal Chatta hat zuvor die Spielfilme No Man's Love (2000) und Le dernier mirage (2014) inszeniert. (Michel Bodmer, Filmpodium Zürich)
Regie: Nidhal Chatta Drehbuch: Sophie Haouas | Kamera: Mohamed Maghraoui | Musik: Ayed Ghanem | Mit: Abdelmonem Chouayet (Mustafa), Fatma Nasser (Farah), Ferid Memmich (Minister), Narjess Ben Ammar (Polizistin), Sabri Khiari (Malek) | 82 Min., Farbe, Arab/d

UNTIL THE END OF TIME

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In Sidi Boulekbour, einem grossen, nach seinem Stifter benannten Friedhof bei einem abgelegenen algerischen Dorf, pilgern zahlreiche Hinterbliebene an die Gräber ihrer Lieben. Ali, der 70-jährige Totengräber, begegnet Joher, einer 60-jährigen Frau, die das Grab ihrer Schwester El Alia besucht. Sie will bald im selben Grab liegen, aber Selbstmord will sie nicht begehen. Sie bereitet sich auf ihren offenbar nahen Tod vor. Ali hilft ihr, Stoff für ein Leichentuch zu besorgen, stellt sie der Leichenwäscherin vor usw. Dabei lebt sich die verwitwete Joher im Haus ihrer Schwester ein und trägt bald deren Kleider und Schminke. Immer mehr schlüpft Joher in die Rolle von El Alia, die sie und ihre Familie zu Unrecht verstossen hatten. Ali hofft, mit der Hinwendung zum Leben werde Joher auch ihren Gefühlen für ihn nachgeben. Aber so einfach geht die Sache nicht.
Yasmine Chouikhs Regiedebüt ist eine eigenwillige Mischung aus besinnlichem Emanzipationsdrama, Liebeskomödie und politischer Allegorie, mit teils schrulligen Figuren und sehr lustigen Einfällen. „Until the End of Time“ wurde an den Festivals von Granada, Annaba und Maskat preisgekrönt. (Michel Bodmer, Filmpodium Zürich)
Regie: Yasmine Chouikh | Drehbuch: Yasmine Chouikh | Kamera: Touzene Semchediine | Schnitt: Yamina Bachir | Mit: Djillali Boudjemaa (Ali), Djamila Aress (Joher), Mohamed Benbakreti (Imam), Imen Noel (Nassima), Mehdi Moulay (Nabil), Mohamed Takkerat (Jelloul) | 94 Min., Farbe, Arab/d


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